Podcast #3: Die Marketing/Kommunikations-Runde
Da war doch was. Was hört der Junge so an Podcasts?
Ja. Schon ewig lang höre ich For Immediate Release, Across the Sound, Managing the Gray, Six Pixels of Separation und natürlich den Blick über den Tellerrand.
Diese Gruppe stammt noch aus einer Zeit, als Social Media noch nicht in aller Munde war und die professionelle Auseinandersetzung mit diesen Themen eher wage formuliert wurde.
Alex Wunschels wöchtenlicher Blick ist dabei das einzig deutsche Programm. Er war von Anfang an mit dabei und profitiert inzwischen massiv davon, wird viel als Berater und Vortragender gebucht. Wie nur wenige haben die Sendungen des “Podpimps” ihren ganz eigenen Charakter, seien es die Playboy-Bunnie-Anekdoten, die bayerische Färbung oder die Anmoderationen von Nichte Lara. Wer das wichtigste aus der Blogosphäre aus deutscher Marketingsicht sucht, ist hier richtig.
For Immediate Release schaff ich inzwischen nicht mehr jede Folge, zweimal wöchentlich wurde seit Juniors Geburt einfach zuviel. Trotzdem, immer wieder eine Freude, diesen beiden erfahrenen Kommunikationsexperten zu zu hören. Fokus ist dabei insbesondere auf Corporate Communications.
Bei Across the Sound war ursprünglich auch Steve Rubel mit am Start, der hat nach ein paar Folgen aber wieder aufgehört. Gastgeber Joseph Jaffe hält was er mit seinem Titel “Chief Interruptor” verspricht. Manchmal etwas über das Ziel hinaus, oft nicht ohne Eigeninteresse, hat er doch oft einen frischen Blick auf aktuelle Marketingthemen. Manchmal etwas zu selbstverliebt.
C.C. Chapmans Managing the Gray ist sehr energiegeladen, kurz genug und doch immer frisch und voller Einblicke. Viele der Taktiken, die ich anwende, habe ich mir bei C.C. abgeschaut. Außerdem haben wir einen ähnlichen Musikgeschmack.
Six Pixels of Separation ist von Mitch Joel, Inhaber einer Internet Agentur, gastgegeben. Themen sind etwas mehr auf Online Marketing und Online Relations bezogen. Mitch interessiert sich sehr für messbares und das Erreichen bestimmter Ziele, gleichzeitig ist er wie die Gastgeber von For Immediate Release nicht so freizügig mit Privatem: Hier geht es um das Geschäftliche.
In der Podcast-Reihe bisher:
Podcast #2 – Die eigenen
Podcast #1 – Winelibrary.tv
Wenn Politiker anfangen zu twittern.
Thomas Knüwer, Nico Lumma, Frank Helmschrott, Wolfgang Lünenbürger, und viele andere haben sich schon zum twitternden Hubertus Heil und den kritischen Kommentaren der Süddeutschen und des Spiegels geäußert.
Insbesondere der Artikel auf Süddeutsche.de hat so wenig Substanz, das sehr deutlich wird, was meines Erachtens passiert. Den klassischen Medien geht es eigentlich gar nicht darum, dass Hubertus Heil auf Twitter sozusagen die Krawatte ablegt und zeigt, dass auch Politiker Menschen sind bzw. ottonormalo Züge haben. (Und nebenbei, was ist so schlimm daran, dass Hr. Heil Züge in Obama entdeckt, die er nachahmenswert findet?)
Vielmehr ist es ein Aufschrei der Angst, demnächst ein weiteres (vielleicht das letzte) Hoheitsgebiet zu verlieren, auf dem man noch Gatekeeper-Funktion hatte. Ob Sport, Mode oder Kultur – für die Nachrichtenübermittlung bedarf es eigentlich keiner Nachrichtenredaktion mehr um die Inhalte zu den Interessenten zu transportieren, inzwischen können die Unternehmen/Personen dies direkt tun, oder die Verbraucher wenden sich an Multiplikatoren, denen sie vertrauen.
In der Politik ist dies bisher nicht so, da gibt es die Audienzen mit der Kanzlerin, Bundespressekonferenzen etc. und du und ich lesen hinterher das, was die Zeitung für richtigwichtig hält. Aus diesem Grund existieren z.B. FAZ, SZ und taz nebenher, weil du und ich dort die Färbung al gusto dort finden. Wenn Politiker jetzt anfingen, direkt zu kommunizieren, dann würde die Macht dieser letzten Bastion kleiner werden. Nicht verschwinden, natürlich nicht. Aber limitiert, insbesondere wenn Politiker sich verteidigen würden, nach dem Motto “das Bild zur Meldung in der Bild wurde in Rom gemacht, nicht in Venedig. Reine Meinungsmache”.
Gedanken zur PR
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=bL0rowT_J1A&hl=en&fs=1]
Ich habe mal ein bisschen zum Thema PR gesprochen, musste mal sein.
Einige Leute werden es nie lernen.
Gerade kam ein Newsletter rein, von einem Mitglied der neuen Ich-lach-über-Hr.-Thöne-Liste. Der Werbung für sein Unternehmen macht. Da hab ich gleich mal geantwortet:
Lieber Herr Wagner,
sie schreiben so schön vom 18. Juli, dass sich Herr Thöne da ins Knie geschossen habe.
Wir schreiben den 31. Juli, und Sie schießen sich ins Knie – oder besser gesagt in beide. Kennen Sie das Buch Permission Marketing von Seth Godin? Sollten Sie mal lesen. Sie haben nämlich keineswegs Erlaubnis, Ihren Newsletter zu schicken. Ich habe niemals Interesse an Ihren Dienstleistungen bekundet. Ganz dünnes Eis meines Erachtens, nur schlechte Laune auslösend!Gruß
Sebastian Keil
Solche Dinge muss man gleich von der Seele haben, sonst wird der Tag blöd
Yasni: wie Spock nur anders herum
Nahezu unbemerkt hat Media Ventures auch in Yasni.de investiert. Das ist ein Suchmaschine die sich auf die Personensuche spezialisiert, d.h. man bekommt vor allem Profile mit dem gesuchten Namen als Resultat. Für Recruiter, die Bewerber normalerweise googlen, eine tolle Sache. Leider hört sich yasnien nicht so schön an. Andersherum habe ich als Individum auch die Möglichkeit, mich zu registrieren und dann meine Profile mir zu zuordnen. So wie spock.com das macht. Und dann bekomme ich auch den VIP-Rank genannt, weiß also, ob ich zu exhibitionistisch veranlagt bin.
Ob mir das beim Reputation Management hilft, weiß ich nicht, denn die Reputation erarbeite oder versaue ich mir auf den einzelenn Profilen, nicht bei Yasni. Ich vermute das Geschäftmodell eher im Bereich B2B als die übliche Werbefinanzierung.
PR: Beziehungen zwischen Menschen
Auf meinem englischsprachigen Blog habe ich ein paar Takte zur aktuellen Diskussion über PR geschrieben. Vielleicht interessiert das auch den einen oder anderen Leser hier.
Zitiert:
PR and PR practitioners were on my mind a lot lately.
First we have the ongoing discussion about how to do PR as a start-up with good arguments by Brian Solis, Robert Scoble, Marc Canter and Loic Le Meur.
Public relations is a very difficult discipline by definition. Who is relation to whom? Who is representing what? Furthermore, the discussion seems to be focussed on PR for Web 2.0 companies which is much different from PR 1.0.
I disagree with Loic: You should measure traffic from PR, but you should not weigh the success of your campaign solely based on traffic. The effect comes through connecting with the right people.
Agree with Marc: A strong, communicating CEO does not only help but goes a long way.
Agree with everybody: The tone is important, but it also helps to know, how to get hold of a person best. E.g. I only twice exchanged emails with Scoble, would he read more? Twitter DMs may not go through. And his cell phone number is gone from the new blog. A file is too much, but some knowledge key, having met in person (e.g. like Brian Solis) definitely is a key to building a relationship.
However: Key to successful PR in the way that we consider PR for Seesmic successful is a good product, a point none of the above addressed. If Seesmic were not worth talking about and were not a powerful medium as such, even Loic, despite being ultra-connected would have problems selling it.