Berufstwitterer in der Wirtschaftswoche: I call Bullshit

Letzte Woche schrieb ich schon über die nicht berauschenden Ergebnisse von Pepsis Social Media Aktivitäten, heute möchte ich diesen knapp 10 Tage alten Artikel in der Wirtschafstwoche aufgreifen: Social Media Manager: Was Berufstwitterer den ganzen Tag machen.

Eine gute Headline, ein netter Artikel, aber wenn man genau hinschaut, dann gewinnt man aus “immer mehr Unternehmen bündeln ihre Online-Aktivitäten auf Facebook, Twitter und Blogs in eigenen Abeilungen” und “Einsteiger können mit einem Gehalt von 50.000 Euro rechnen” die folgende Ableitung: Kodak macht das und Madlen Nicolaus hat zum Einstieg so viel verdient. Ein Zufall/Glücksgriff (Otto Model-Wettbewerb mit “Brigitte”), ein unpassendes internationales Beispiel (Old Spice), dazu ein Zitat von Klaus Eck und dem Personalleiter der E-Plus Gruppe (natürlich nicht verlinkt zum in der gleichen Reihe erschienenen Artikel über Sachar Kriwoj, das wäre ja zu einfach), fertig ist der dreiseitige Artikel.

Statt mehr der Unternehmen zu profilieren, die solche Posten tatsächliche haben und damit die Kommunikation zu Endkunden forcieren, werden hier Platitüden aus einem Beispiel gesammelt, wie zum Beispiel das kritische Interview mit einem Blogger. Und während ich eindeutig diese Art der Kommunikation begrüße und mir wünschte, mehr Unternehmen würde solche Positionen einrichten, muss man doch wohl sagen, wer 50.000 Euro Jahresgehalt für einen Einsteiger zahlt, zahlt zu viel. Und selbst wenn Fr. Nicolaus so viel verdient, die Anzahl dieser Stellen mag wachsen, aber trotzdem wachsen sie nicht auf Bäumen.

Sollte ich mich täuschen: Ich habe 6 Jahre praktische Erfahrung mit Social Media, und kenne die Arbeit  in PR- und Werbeagenturen und lese gern jedes attraktive Angebot!