Die (Strom)-Welt wie sie mir gefällt.
Zur Erinnerung: Vor knapp einem Jahr schrieb der Spiegel Windräder bringen nichts fürs CO2-Ziel und ich hab meinen Unmut ob der hanebüchenen Argumentation geäußert. Der Autor Herr Waldermann und ich haben danach Emails ausgetauscht.
Heute richtet sich Waldermanns Kausalkette gegen Solarsubventionen und die Solarlobby. Der Einfachheit halber beginne ich mal mit Teilen aus meiner Email vom vergangenen Jahr:
1. Sie werden nicht von der Lobby der Energieunternehmen bezahlt, dass ist gut zu wissen.
2. Niemand zweifelt Ihre Quellen an.
3. Niemand hat etwas dagegen, wenn kritische Fragen in Richtung Ökoenergien gestellt werden. Ich störe mich allerdings an den von Ihnen aufgestellten Kausalketten.
Schauen wir uns mal den Artikel von heute an
Waldermann zitiert Krawinkel, um seinen Punkt darzustellen:
“Aber so einfach ist es nicht”, sagt Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. “Es gibt nicht die Bösen und die Guten.”
Wie recht Sie haben, lieber Waldermann. Wie wäre es, wenn Sie dann aufhören, die Ökoenergien pauschal als die Bösen darzustellen? Wie schon vor einem Jahr mischen Sie Äpfel mit Birnen um zu dramatisieren und mischen Fakten, wie Erhard Renz in seiner hervorragende Replik anmerkt.
Sind es nun 5 oder 9 ct, die der Strom an der Börse kostet? Und warum schauen Sie sich wieder nur eine Seite der Medaille an?
Sehen Sie, wäre nur dies Ihr Argument,
Dabei müsste die Ökoenergie gar nicht so teuer sein. Seit 2006 sind die Preise für Solaranlagen um 40 Prozent gesunken – die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz jedoch nur um 17 Prozent.
dann hätte ich gesagt, geschenkt, Sie haben recht. So muss ich aber, obwohl Sie mir das schon vor einem Jahr beantwortet haben, nach Ihrer Motivation fragen. Warum verlieren Sie kein Wort darüber, dass die Subvention die Käufe stimuliert und somit eins der Ziele, Grid Parity, schneller erreicht wird? Warum lassen Sie schlicht außer acht, dass gewissen Investitionen nötig sind, um für die Zukunft gerüstet zu sein? Warum vernachlässigen Sie, dass der Anteil der EEG-Umlage am Haushaltsstrompreis nur knapp 5% betrug? Fragen über Fragen. Vor allem bleibt wieder die Enttäuschung über einseitige Berichterstattung, die Menschen verunsicht.
Herzlich,
Ihr Keil
-
http://www.energynet.de Andy