16 Aug 2011, 10:28am
Personal:
by Sebastian

5 comments

  • Work-Life-Balance: Lebe

    Gestern wurde Junior Vier, ein Ereignis, dem er mächtig entgegen fieberte, und das er interessanterweise mit Fähigkeiten verknüpfte (“das kann ich erst wenn ich vier bin”, “wenn ich vier bin…”). Es gab eine Piratenparty und ich war dabei. Schon vor Wochen hatte ich mir das in den Kalender eingetragen, auch weil ich gedacht habe, arbeitsreiche Montagnachmittag gibt es viele, Piratenparties weil Junior vier wird nur eine.

    Und es war klasse. Piratentorte, Piratenschatz, Geschenke, Kinder, die mich volle Pulle anschrien (Micky Mäuse beleben jede Partie), Kekse, Versteckspielen in der Wohnung (Kinder die sich 7x hintereinander am selben Ort verstecken) und trotz Zuckerschock ein entspanntes Schlafengehen (inkl. heute früh aufstehen, um weiter mit dem Feuerwehrdrehleiterwagen zu spielen).

    Ich habe einfach gestern nach dem Insbettbringen die Präsentation weiter studiert, Emails gelesen und beantwortet und mir so meine Gedanken gemacht. Aber dieses Mindset scheint immer noch ungewöhnlich. Die Videos von Mirko Kaminski scheinen dies zu bestätigen, irgendwie denken viele Kollegen noch in Hamsterrad-Metaphern. Was besonders in unserer “kreativen” Branche eigentlich tückisch ist, oder?

    Selbst der Betreuer im Kindergarten fragt mich, “und sie haben sich jetzt frei genommen oder was, das finde ich ja toll”. Ja klar. Warum nicht und wie soll ich denn vernünftig arbeiten, wenn ich weiß, dass zuhause tolle Luftschlösser gebaut werden, und – so ganz nebenbei – meine Frau das alles alleine wuppt. Nicht nur Spaßverzicht, sondern auch noch Schuldgefühle. Auch ein Weg, um im von Kaminski erwähnten Burn-Out zu landen.

    Es geht um verantwortungsvollen Umgang mit seiner Arbeitskraft. Ich verlasse so oft ich kann kurz nach 18 Uhr das Büro. Und setz mich wenn die Kinder schlafen noch mal ran. Warum? Warum denn nicht? Was passiert denn genau in der Zeit? Meist Meetings, die länger laufen. Die kann man entweder ganz sein lassen oder einfach mal früher starten lassen. Oder man wartet. Auf Infos vom Kunden, Bilder, Texte, ppts, einen Anruf, die Inspiration. Warten kann man auch gut auf dem Fahrrad. Warten kann man auch, ohne das als aktive Arbeitszeit zu verbuchen in der man sich mit YouTube-Videos und Facebook-Posts die Zeit vertreibt. Wie effektiv ist es, bis nachts um 10 am Schreibtisch auf Visuals zu warten, die eh per Email kommen?

    Vor längerer Zeit habe ich mal das ROWE-Buch gelesen, darin geht es wohlgemerkt um Results-ONLY-Work-Environment, nicht Results-Oriented. Aber Results-Oriented finde ich schon einen wichtigen Schritt.  Jeder ist tatsächlich  seines Glückes Schmied. Verantwortung und Offenheit gehören dazu, die nehme ich für mich in Anspruch, und im Gegensatz zu Junior nicht erst, wenn ich groß bin.

    20 Jun 2011, 11:55am
    Personal:
    by Sebastian

    4 comments

  • LEGO-Nostalgie

    Oder: Noch ein Kreis schließt sich.

    Am Wochenende ging ich in den Keller, um für Junior meine alte LEGO-Kiste hoch zu holen. Die, die ich seit knapp 8 Jahren immer von Keller zu Dachboden zu Keller mit umziehe. Die, die vorher bei meinen Eltern/meiner Mutter im Keller war. Die, die bei genauerem Überlegen wohl knapp 25 Jahre nicht geöffnet wurde, also praktisch aus einer Zeit kommt, wo Frank Elstner noch “Wetten dass ?” moderiert hat und die Welt noch in Ordnung war.

    Eine schwere große Umzugskiste ist es, voll mit Gefrierbeuteln, alles noch sortiert. Die schmalen 2er, 4er, 8er, die platten Dünnen, die Platten, Fenster, Figuren. Eine Tüte Weltraum, eine Tüte Reifen, viel LEGO-Technik (das echte, keine Firlefanz Sondersteine) und so weiter. Dann einige offene Tupper-Dosen, da merkt man dann den Staub von 25 Jahren doch, nicht ganz so schön. Es scheint mir weniger als ich dachte, aber ich war ja auch kleiner. Dann fällt mir auf, dass die ‘normalen’ Bricks fehlen, da muss irgendwo noch eine anderer große Tüte sein.

    Und die Anleitungen. Ich hatte einen großen Ordner voller Anleitungen. Und Katalogen mit Anleitungen. Mit Jahreszahlen wie 1979 und 1986. Einer mit dänischem Preisschild, zweifellos ein Andenken an den legendären Ausflug nach Billund ins Legoland. Erinnerungen werden wach an meinen Vater, wie er sortiert. Und an seiner Werkbank Kisten baut, zum Sortieren. An uns, wie wir in den Steinen sitzen und bauen. Erst guck ich ihm zu, später bau ich selbst. Daran wie man anfängt ein Haus zu bauen und es ein Schloss wird. Mit LEGO geht alles. Und diese Kataloge, die einen in eine Traumwelt entführen. Einer ganz besonders, das sind zwei Figuren, die sich erst ihr Traumhaus bauen, dann Bus fahren, dann Raumschiff und damit zu den Rittern und dann wieder nach Hause, in jedem Abschnitt gibt es die passenden Anleitungen dazu.

    5 Minuten nach dem wir die Kiste aufgemacht haben, ist dieses Bild entstanden. Die aufgeschlagen Seite hat ihn gepackt, die hat er lange studiert. Die ersten Tüten mit Steinen haben wir erst viel später ausgepackt…

     

    16 Jun 2011, 10:41am
    Kommunikation Personal
    by Sebastian

    16 comments

  • Der Kreis schließt sich – meine Zukunft ist digital und gelb

    Kaum zu glauben aber es ist schon drei Monate her, dass ich meinem langjährigen zweiten Zuhause WBN “Auf Wiedersehen” gesagt habe. In der Zwischenzeit habe ich viele gute und interessante Gespräche geführt, auch skurrile Situationen erlebt, und nicht zuletzt im Scholz & Friends Opel Performance Center mit einem tollen Team an großartigen Dingen gearbeitet.
    Die zwischenzeitliche Freiberuflichkeit nähert sich aber schon wieder dem Ende, denn eine der Bewerbungen war erfolgreich und ich habe unterschrieben.
    Einige zukünftige Kollegen kenne ich noch von früher, die Agentur nun durch zwei längere Projekte, und ich bin mir sicher, dass das Team viel bewegen wird.
    Also, ab 18. Juli habe ich meinen Schreibtisch als Etat Direktor bei Scholz & Friends Hamburg Digital.

    Wie man vielleicht sehen kann, ich freue mich.

    Es gibt genug zu tun und wir wollen noch weiter wachsen. Das bedeutet übrigens ganz konsequent, dass wir noch weitere Verstärkung in der Beratung suchen, auf unterschiedlichen Leveln. Meine Nummer habt ihr ja…

    What do you want?

    Seth Godin (him again) had a great post couple of days ago. I am going to quote it in full, it was headlined “The Agenda”:

    The job of the CEO isn’t to check things off the agenda. Her job is to set the agenda, to figure out what’s next.

    Now that more and more of us are supposed to be CEO of our own lives and careers, it might be time to rethink who’s setting your agenda.

    And today, Merlin Mann hit exactly the same spot (sent along by Johannes, @jkleske), explaining how he will (writing his book) stop being a slave to deadlines but instead continue writing the book he wants to write.

    Both articles point very close to home. The key here is that before you make the tough decisions you actually have to decide what’s important to you. Many people don’t really know what they want.

    21 Apr 2011, 10:03pm
    English Personal
    by Sebastian

    leave a comment

  • No complaints

    In general, life is good. I am a bit bummed though because in the last 10 days all this happened:
    iPhone bumper broke, the sneakers I ordered looked nothing like they did on the website, iPhone fell bumper-less out of my pocket, breaking the glass, I noticed a huge hole in my favorite suit pants, I may have misplaced a lovefilm-envelope.

    But then there are the good things that money can’t buy. Happy Easter.

    16 Mar 2011, 11:38am
    English Personal
    by Sebastian

    leave a comment

  • you would think I would write a blog post…

    You’d think I’d write a blog post about what’s going on, me leaving the place I worked for for 9 years, where I am headed, what I am doing, what the further plans are. You’d think. Also, as I tweeted a week ago, it’s time for another meta-post, reflecting on my path, evolution, how ever you’d want to coin it.

    But it’s been a wild week, so wild that I have to think really hard to find a comparison. And it’s not because I am working a lot of hours now on an exciting project – it sure plays into it, but is not the root. And it’s not really the fact that Jr. is sick for the first time in a long time and back-up plans are showing their limits, as is naturally the case when you really, really depend on it.

    Rather, it’s the fact that there is worry about the son of a good friend who was in a medically induced coma after a heart defect was noticed just now in his teens. He is better now, but of course you start thinking. Then there are the reports from Japan where a dear friend has been living in Tokyo (though he has today thankfully travelled to Osaka) for a long time. You go to bed hearing one thing, and when Jr. crawls into our bed at night, feverishly, there’s a new push notification on my phone with just another catastrophic news item from Fukushima. And it’s not just once. Three nights in a row I wake up to read “explosion in reactor x” or tonight “last workers evacuated” (although that turned out to be only temporary) and it really feels like doomsday. I can’t imagine if the north of Japan and Tokyo would be contaminated.

    I keep coming back to ‘family’, my own, the ones I was lucky to be invited into, the bigger one we are forming in our new house. It’s about the people you love and how – not surprisingly – you gather in times of need and join together.