Werbung muss Loslassen

Es gibt Werbekampagnen, bei denen sich die Konzeptioner überlegt haben, spezielle Module zum Sharen, Remixen und sonstwie Weiterverwursten einzubauen. Schön. Ich möchte hier postulieren, dass beim aktuellen Wandel in der Kommunikation sich auch diese “besondere Überlegung” ändern muss und von Grund auf mit eingebaut sein muss. Genauso wie man nicht mehr “ach ja, wir müssen das auch so bauen, dass es auf Handys gut aussieht” plant, sondern mit der mobilen Herangehensweise als Ausgangspunkt.

Das fällt nicht immer leicht, praktisch wie emotional, denn man hat sich ja was dabei gedacht. Natürlich. Ich habe mir auch etwas dabei gedacht, als ich aus dem großen LEGO-Haufen die passenden Teile für einen Feuerwehrwagen für meinen Sohn raussuchte. Ich hatte genaue Vorstellungen, inklusive Referenzen zu Feuerwehrmann Sam und Bob dem Baumeister. Ich denk ja mit. Ist aber letztendlich der falsche Ansatz, denn ich soll ja nicht damit spielen, sondern er.

Die Message musste verpackt werden in die richtigen Farben, Räder durften beim Fahren nicht abfallen und die Schläuche mussten aufrollbar sein. Und ich musste zulassen, dass er sein Traumauto baut. So hat es Spaß gemacht.

Genauso muss Werbung auch funktionieren.

LEGO-Nostalgie

Oder: Noch ein Kreis schließt sich.

Am Wochenende ging ich in den Keller, um für Junior meine alte LEGO-Kiste hoch zu holen. Die, die ich seit knapp 8 Jahren immer von Keller zu Dachboden zu Keller mit umziehe. Die, die vorher bei meinen Eltern/meiner Mutter im Keller war. Die, die bei genauerem Überlegen wohl knapp 25 Jahre nicht geöffnet wurde, also praktisch aus einer Zeit kommt, wo Frank Elstner noch “Wetten dass ?” moderiert hat und die Welt noch in Ordnung war.

Eine schwere große Umzugskiste ist es, voll mit Gefrierbeuteln, alles noch sortiert. Die schmalen 2er, 4er, 8er, die platten Dünnen, die Platten, Fenster, Figuren. Eine Tüte Weltraum, eine Tüte Reifen, viel LEGO-Technik (das echte, keine Firlefanz Sondersteine) und so weiter. Dann einige offene Tupper-Dosen, da merkt man dann den Staub von 25 Jahren doch, nicht ganz so schön. Es scheint mir weniger als ich dachte, aber ich war ja auch kleiner. Dann fällt mir auf, dass die ‘normalen’ Bricks fehlen, da muss irgendwo noch eine anderer große Tüte sein.

Und die Anleitungen. Ich hatte einen großen Ordner voller Anleitungen. Und Katalogen mit Anleitungen. Mit Jahreszahlen wie 1979 und 1986. Einer mit dänischem Preisschild, zweifellos ein Andenken an den legendären Ausflug nach Billund ins Legoland. Erinnerungen werden wach an meinen Vater, wie er sortiert. Und an seiner Werkbank Kisten baut, zum Sortieren. An uns, wie wir in den Steinen sitzen und bauen. Erst guck ich ihm zu, später bau ich selbst. Daran wie man anfängt ein Haus zu bauen und es ein Schloss wird. Mit LEGO geht alles. Und diese Kataloge, die einen in eine Traumwelt entführen. Einer ganz besonders, das sind zwei Figuren, die sich erst ihr Traumhaus bauen, dann Bus fahren, dann Raumschiff und damit zu den Rittern und dann wieder nach Hause, in jedem Abschnitt gibt es die passenden Anleitungen dazu.

5 Minuten nach dem wir die Kiste aufgemacht haben, ist dieses Bild entstanden. Die aufgeschlagen Seite hat ihn gepackt, die hat er lange studiert. Die ersten Tüten mit Steinen haben wir erst viel später ausgepackt…