Das Ei und Folgen

Vor knapp zwei Wochen ist mal kurz ein Sack Reis umgefallen, als ein Ei bzw ein Bild von einem Ei auf Instagram zum meist-geliketen Bild auf Instagram ever wurde. 

Oder war es gar kein Sack Reis? Es war auf jeden Fall kein Baum im Wald, denn Geräusch gibt es viel. Julian Mohr von Nqyer wertet dies als “klares Signal in die Richtung der Medien-, Werbe- und Influencer-Industrie. Glattgebügelt, brand safe, durchgescriptet und politisch korrekte Kooperationen oder werbliche Beiträge sind tot. […] Weil das Ei symbolisiert, was schleunigst von Werbetreibenden verinnerlicht werden muss: Eine neue Generation hat begriffen, dass sie durch ihr Konsumverhalten (ob Produkte oder Content) die Welt und Algorithmen beeinflussen kann, Marken und Produkte stürzen oder emporheben kann”.


Das wäre schön, oder? Wenn eine “neue” Generation zeigen würde, was ihr wichtig ist? Oder klingt das nur für einen Vertreter der alten Generation schön, weil ich hoffe, dass Dinge dann anders würden? Mein Eindruck ist tatsächlich eher, dass die junge Generation einfach weiter macht, was ihr Spaß macht, egal ob da Algorithmen oder Marken hinter stehen und es ist auch nicht wichtig, ob die Algorithmen verstanden werden. Einem Ei ein Like geben? Klar, cool. Gangnam Style, lustig, guck mal, lustig. Ist das Kleid nun blau/scharz oder gold/weiß? Egal, aber ich hab eine Meinung. 

Wir sind uns wohl alle einig, dass diese drei Beispiele außer Halloween-Kostümen keine weitreichenden Einschnitte zur Folge haben, im Gegenteil treiben sie dadurch die Wirtschaft gegen die sie scheinbar rebellieren sogar noch an. Solange sich diese Phänomene nicht im Real Life auswirken bleiben sie ein Sack Reis, den irgendwann jemand wieder hinstellt, oder eben nicht. Denn, ob durchschaut oder nicht, Werbung sieht ja oft auch einfach cool aus