myTaxi goes America

The big (well) news today is that German startup myTaxi has entered the US market (article in English on GigaOm, German on mobilbranche.de). I think this is very good news for several reasons.

Firstly, for once a German company is on the forefront, not the copycat. Let’s just say there was a propensity among certain German companies to copy any business (model) coming from the US and every time there was an original idea it stood out as such not due to the idea but due the fact that it wasn’t a clone. I hope this sentiment can be reversed.

Secondly, myTaxi is a great product that just works, and the company keeps on innovating the product, not just increasing their reach. I say this as an active user of the app although there is a very good cab service here in Hamburg with HansaTaxi. There are times of day and certain situations (if I have no cash on me e.g.) where I prefer a myTaxi cab.

Two interesting tidbits from the GigaOm article:

For one thing, the company seems to have the endorsement of the D.C. Taxicab Commission – a useful kind of thing to have, when you look at the troubles Uber has been having in ChicagoNew York and, uh, D.C.
“The D.C. Taxicab Commission welcomes any electronic reservation company such as myTaxi, bringing technological advancements to the District of Columbia,” D.C. Taxicab Commission chairperson Ron Linton said. “We are delighted that passengers using DC public vehicles-for-hire will enjoy the enhanced quality of service.”

I remember the This Week in Startups interview with Uber founder Travis Kalanick very distinctly not just for the great history lesson but also for thinking “your plans for Uber sound very good but I think you’ll run into problems.” Sure, it is a different kind of service but I kept thinking, culturally he’ll encounter difficulties (some countries won’t ask for his service) and did he do his research in terms of what’s already out there. Because myTaxi already was operating.

The article also mentions the cooperation between myTaxi and the Car2Go service by its investor Daimler:

So that’s the trick: if you’re out and about, and you need a car, you’ll use Car2Go’s app to find the closest one that’s available for you to drive. If you can’t find a suitable car, or you’re not in a driving mood, you’ll hail a cab through myTaxi, from the same app.

Great idea. I am pretty sure it would work in Hamburg. While they’re at it, they might as well launch a cooperation with the Bike2Go service in town. I wonder what this cooperation would mean for flinc.

Will the cooperation work in the US? I don’t know. According to Crunchbase, the Car2Go investment from the beginning of the year was €10m which should extend their runway a bit but maybe this expansion is also an indication for a new round coming/in-progress…

Warum ich Hansa Complet Küchen doch nicht empfehle

UPDATE siehe unten

Vor knapp sechs Monaten sind wir in unsere neue Wohnung gezogen, mit einer schönen neuen Küche. Wir haben viel Spaß in der Küche, bereuen die Echtholzarbeitsplatte (noch) nicht, lediglich der Schließmechanismus der Mikrowelle könnte leichter und leiser sein. Aber darum geht es nicht.

Küchen kauft man nicht so oft im Leben, daher rekrutieren sich Neukunden aus Werbung und vor allem Empfehlungen. Empfehlungen resultieren aus einer guten Kauferfahrung und einer guten Kundenbehandlung, After Sales nennt man das wohl. Wir hatten eine ziemlich gute Kauferfahrung. Natürlich schaut man sich mehrere Geschäfte an, vergleicht mit IKEA, etc. Wir fühlten uns bei Hansa Complet Küchen am wohlsten. Unser Verkäufer (Herr B.) war Bilderbuch, so wie man sich das vorstellt. Leicht untersetzt, Jacket und Schlips, tiptop informiert, und immer waren wir im Mittelpunkt. Er hatte die Namen drauf, erkundigte sich nach den Kindern, gab die richtigen Tipps, schickte Tischler, machte und tat. Und am Ende (nach “da muss ich noch mal mit meinem Chef sprechen”) hatten wir die Küche die wir wollten zum Preis den wir wollten. So weit so gut.

Dann haben wir das erste Mal Pizza gemacht und eins der Backbleche hat sich bei 300 Grad verbogen. Da denke ich mir, wenn ich schon den Preis eines Kleinwagens investiere, dann sollte das nicht sein und rufe an. Leider ist Herr B. auf Fortbildung, seine Vertretung Hr. V. Auch ein klassischer Verkäufer, leider kein sympathischer. Er weiß alles besser, ist was besseres. Er kommt aus Berlin und hat da Großküchen für 100.000 Euro aufwärts verkauft. Jaja. Er erklärt mir telefonisch, dass man ja beim Reinigen auch die Bleche rausnehmen soll, das stehe ja in der Anleitung. Ich versuche ihm zu erklären, dass das Blech sich bei Normalbetrieb verbogen hat, er erwidert, dass dies nicht sein könne. Ich denke noch so, jetzt wird’s lustig, aber er bleibt bei seiner Meinung, ich solle das Blech vorbeibringen. Ich frage ihn, ob er das ernst meint, was er bejaht, worauf ich ihm erkläre, dass ich nicht gewillt bin, meine Arbeitszeit für diesen Trip zu opfern, schließlich geht es um ein Teil, was im Handel 50 Euro kostet, ich schätze für Hansa Complet ca. 10 Euro im Einkauf.  (Meine Erwartungshaltung beim Anruf sollte klar sein: Bei einem fünfstelligen Kaufpreis der Küche erwarte ich, dass mein Gegenüber sagt, “das darf nicht sein, keine Frage, wir schicken Ihnen noch heute ein neues Backblech”. After all, wir sprechen hier über weniger als 1% der Kaufsumme.)

Eigentlich gibt er sich mit so kleinen Sachen ja nicht ab, er ist Großküchenverkauf gewöhnt, aber irgendwie fühlt er sich herausgefordert. Er will persönlich vorbei kommen und das Backblech abholen, morgens um 9 Uhr. Ich kann nicht dabei sein, aber lustig ist’s. Vor der Tür stehend ruft er mich an und sagt, er findet meinen Namen nicht auf der Klingel. Ganz unten rechts, erkläre ich ihm grinsend. Gegenüber meiner Frau führt er noch mal aus, dass er eigentlich zu Größerem berufen ist und dass er sich schon darüber wundert, dass ich mich so aufrege und nicht persönlich zu ihm ins Geschäft kommen kann. Er findet es nicht komisch, gegenüber der Ehefrau den Ehemann schlecht zu reden. Auf das Backblech angesprochen, sagt er “aha” und dass dieses nun zu Siemens eingeschickt wird, die würden sich das anschauen müssen, das sei der Prozess.

Zwei Wochen vergehen und ich entschließe mich mal telefonisch nachzuhorchen. Herr X teilt mir mit, dass Siemens keinen Fehler fest stellen konnte, dass das Backblech nicht getauscht wird, und ich es mir gerne wieder abholen könne. Ich verkneife mir auszusprechen, was ich denke. Wahnsinnsservice, danke auch.
Schließlich haben wir das Blech abgeholt. Auf den Hinweis “danke. ist ja immer noch verbogen.” kam wieder die Antwort, “ja, aber im Rahmen”.

Inzwischen ist Zeit vergangen, mein Puls ist wieder auf normal. Manch einer mag sich fragen, soviel Ärger und Aufwand wegen eines Backblechs, doch ich sehe das anders. Bis zu diesem Vorfall habe ich Hansa Complet und Hr. B. gern weiter empfohlen. Jetzt nicht mehr. Wenn man dort der Meinung ist, dass nach Einbau der Küche das Geschäft beendet ist, und anmaßende Verkäufer beschäftigt, die meinen alles besser zu wissen, dann kann ich Freunde und Bekannte dort nicht mit gutem Gewissen hinschicken (Natürlich soll der Verkäufer mehr wissen als ich, aber damit soll er nicht angeben. Und er soll mein Problem lösen, nicht behaupten, dass es keins gäbe). Im Gegenteil, mir graust jetzt schon davor, dass noch etwas anderes kaputt gehen könnte, weil ich keine Lust habe, mich mit diesem Menschen rumzuschlagen, der den Namen Küchenfuzzi wirklich verdient.

 

UPDATE: Offensichtlich tut sich etwas bei Hansa Complet. Es gibt einen neuen Vertriebsleiter (der auch mal ins Internet geschaut und meinen Text entdeckt hat), der Dinge anders machen möchte. Er stimmt mir darin zu, dass mein Vorfall mit dem Blech anders zu lösen gewesen wäre, und dass er für anderen, besseren Service steht (bleibt allerdings Geschäftsmann und bietet kein neues Blech an). Er berichtet, dass Herr V. nicht mehr für Hansa arbeitet. Ich glaube ihm und sehe etwas entspannter in die Zukunft. Ein gutes Gespräch, er vermittelt Kompetenz. Allerdings hätte er früher auflegen sollen, statt mir zum Ende noch zu raten, meine Pizza nicht bei 300 Grad zu backen, “das macht man nicht”. Da war ich für einen Moment wieder sprachlos. Und dachte so bei mir: Kinnings, wenn ihr nicht wollt, dass ich den Backofen bei 300 Grad nutze, dann solltet ihr das entweder drauf schreiben oder den Temperaturwahlknopf bei 250 Grad aufhören lassen…