Twollow ist absoluter Humbug: die Arbeit macht sich nicht von selbst

Als Arbeiter in der Kommunikationsbranche, mit Anspruch, und vor dem Hintergrund, sich mit dem Thema Web 2.0 in der Kommunkation schon seit einigen Jahren auseinandergesetzt zu haben, gehört der Punkt Monitoring zum täglich Brot. Da der erste Schritt meist “erstmal zuhören, was meine Konsumenten über mich sagen ist”, sind Tools, mit denen sich Keywords selektieren und in irgendeiner Form beobachten lassen wichtig.
Twollow, heute in der deutschen Blogosphäre angekommen, ist ein Tool zum Twitter-Monitoring, geht aber einen Schritt weiter und bindet einen interaktiven Schritt mit in die Funktionalität ein – das automatische Followen Desjenigen, der eins der präselektierten Keyworks nutzt.
In meinen Augen ist das für die professionelle Kommunikation der falsche Ansatz, es sei denn, das vorher festgeleget Ziel des Firmenengagements in Twitter ist, möglichst viele Follower zu haben. Dann sind wir aber wieder in Zeiten, in denen z.B. erfolgreiche PR in Millimetern und Medienäquivalenzwerten gemessen wurde.
Ich finde die Auto-Follow-Funktion relativ sinnfrei. Beispiel: Einem Autounternehmen ist wenig geholfen, wenn ein Fahrradfahrer twittert, dass ihm ein Fahrzeug der betreffenden Marke die Vorfahrt genommen hat. Für Gamer ist nicht wichtig, dass EA Sports ihm folgt, sondern mit ihm interagiert. Warum wird denn Tweetdeck gern als Referenz genannt? Nicht weil man sich gegenseitig folgt, sondern aufgrund des hervorragenden Interaktion, den Antworten auf Fragen, die Ankündigungen. Aufgrund des Menschen, der das Twitter-Konto “bedient”.
Erfolgreiche Kommunikation kann man nicht automatisieren.