Werbung für Kaufentscheider
Bei Wesen, die sich nicht wehren oder ihre Meinung noch nicht selbst kundtun können (Babys, Haustiere), richtet sich die Werbung bekanntermaßen an die “Versorgungsberechtigten”. Deshalb sehen Babys in Babymarkt-Katalogen immer süß aus, deshalb gibt es Katzenfutter mit tollen, edlen Geschmacksrichtungen und nicht mit Maus in Gelee. Personifizierung ist das Stichwort, der Versorger muss mitfühlen können. Passend zum Katzenkontent vom Wochenende also dieses Fundstück.

Manchmal wünsche ich mir die Gatekeeper zurück, Pisa-Gründe und Popstars
Zunächst mal der Disclaimer: Ich guck’ Popstars. Mehr oder weniger unregelmäßig seit meinem Studium, seit in Systematische Musikwissenschaften ein Referat darüber gehalten wurde. Und fühle mich mehr oder weniger unterhalten. Die Frage ist natürlich wodurch.
Die aktuelle Staffel finde ich deutlich besser als die beiden davor, auch wenn das Juroren-Panel so schwach ist wie nie zuvor. Wenn “D” die bekannteste Nase ist (aber sonst nichts gegen “D”, läuft was schief. Sido ohne Maske ist wie Sido ohne E**r, und Loona, na ja.
Glückwunsch zum Namen Queensberry, auch wenn das in der höchst niveauvollen Folgesendung “red” gezeigte Klamottendesign sehr an Cadbury erinnerte. Glückwunsch auch an Nilz, dessen Liebling Leo es endlich in die Band geschafft hat. Verdientermaßen natürlich (im Ernst!).
Aber, wer sich (rein zu Studienzwecken) diesen Reality-Shows (von Bauer bis Supernanny) aussetzt, kommt schnell zu einem Urteil. Frappierend. Es hatte durchaus einen Vorteil, als Fernsehen noch von ausgebildeten Sprechern gemacht wurde, die Texte von ausgebildeten Schreibern vortrugen.
“Das erste Puzzle vom Quartett.”
“Einer von euch wird seinen Traum wahr werden lassen.” (Bei nur weiblichen Kandidaten)
Diese Beispiele gibt es massenweise. Leider beschränkt sich dieses Phänomen der Sprachverunglimpfung durch missbrauchte Redewendungen und mangelnde Grammatik nicht nur auf das Fernsehen, auch in den Morningshows der Radiosender ist ja “Talent” am Werk, dass aufgrund der Fähigkeit zu veralbern, Quatsch zu machen und der Stimmlage ausgewählt wurde, und nicht weil man das Germanistikstudium über das 2. Semester hinaus betrieben hat.
Und dann die Blogosphäre erst, diese Müllwand mit Klosprüchen, oder umgekehrt…
Keine Frage, ich bin auch kein HemmingwayMann, aber ich habe auch nur 1000 Leser. Qualität ist nicht unerwünscht. Und mein Punkt, den habe ich jetzt auch verloren. Hach, nein, den Faden…
richtige Selbsteinschätzung
Vorgestern in (oder nach?) den Tagesthemen kam ein Bericht über den Trompeter Till Brönner bzw. sein neues Album. Da wir seine Musik mögen, haben mal nicht gleich weggeschaltet, sondern lauschten den Ausführungen über Bossanova. Auf einem Stück singt Sergio Mendes. O-Ton Mendes: “Ich war sehr aufgeregt, normalerweise singe ich ja nicht, meine Frau singt viel besser als ich.” Dann gings los, das Stück begann mit Brönners sehr schönem Spiel. Kameraschwenk auf Mendes. Nach den ersten zwei Takten schauen wir uns laut lachend an, “er hatte recht, er hätte seine Frau singen lassen sollen”…
Sehr witzig
Im Ernst. Was bekommt man, wenn man weise Graphen mit Humor mischt? Satz nicht verstanden? Also, ich finde das Blog Indexed unglaublich gut. Eine ganz andere Art von Witz wird möglich. Eine Art Comic für Intellektülle.
Und Sascha Lobo hat einen Comedian entdeckt, der die ganze Sache noch etwas weiter treibt, zu sehen auf Funny or Die. Angucken.
Hast du Thöne: Die Wahrheit über Werber
Ix hatte schon berichtet, von der Mail mit 1200+ Adressaten im CC-Feld. Davon, dass sich eine Mailingliste und Xing-Gruppe gebildet hat. Inzwischen steht es auch auf Spiegel Online, was die Werber in der Mailingliste toll finden. Sie haben einen Schwag-Shop aufgemacht, insgesamt scheint niemand die “Mehr freie Zeit”-versprechende Software zu benötigen. Und lustig ist die Mailingliste. Während sich die vertretenen Admins über E-Mail-Regularien streiten, sind die Agenturinhaber dabei, eine virtuelle Agentur zu gründen, oder irgendwas zusammen zu machen, man muss doch die Synergien nutzen.
Da kommen dann Ideen wie der Bonner Wirtschaftsblog raus,
Ein Blog zur kostenfreien Veröffentlichung von Pressemitteilungen. Die Blog Software ist kostenfrei. (…)Wir haben absichtlich eine Blogsoftware gewählt weil wir nur damit problemlos in Portalen wie www.bloggerei.de aufgenommen werden (Guerilla-MarketingJ, aber da gibt’s noch mehr Möglichkeiten).
Und ich sitz inzwischen nur noch dabei und frage mich, wie doof kann man sein?
Nun, es geht noch schlimmer. Der gescholtene Mitarbeiter Thöne, der die Mail an alle geschickt hatte, mutierte zum Helden, ein neuerlicher Newsletter des Softwareherstellers preist ihn, man habe so viele Termine wie schon lange nicht gemacht. Doof nur, dass just in diesem Newsletter dann Links sein sollen, die man vergessen hat und noch eine Mail schicken musste.
Gemessen an dem Mailvolumen der Liste und den Responsezeiten kann übrigens wirklich denken, einige hätten zu viel Zeit. Vielleicht steckt hinter der Idee von Presenteeism doch mehr als einige vermuten. Dann ist es natürlich auch kein Wunder, dass man Samstag noch mal ins Büro muss, um die Präsentation fertig zu schreiben…
Videotext, ein vernachlässigtes Kind
Klar. Die zukünftige Informationsübermittlung die Bewegtbilder unterstützt, wird vermutlich genauso daher kommen, wo die zukünftigen Bewegtbilder herkommen – aus dem Internet. Das heißt aber nicht, dass man das Stiefkind Videotext komplett vernachlässigen muss. Ich kenne viele Menschen, die sehr viel mit Videotext arbeiten. Bei RTL sieht man das offensichtlich anders:

Eine Woche vorher:

Man mag über Mario Barth denken, was man will, aber das hat er nicht verdient!